TEACCH

Während das TEACCH-Programm als staatliche Institution in North Carolina nahezu einzigartig ist, hat der dort entwickelte pädagogisch- therapeutische Ansatz weltweit Anerkennung und Verbreitung gefunden.

Besonders ein Grundprinzip des pädagogisch-therapeutischen Konzeptes ist dabei von großer Bedeutung und wird oft fälschlicherweise mit TEACCH gleichgesetzt:

Die Methode der Strukturierung und Visualisierung

Der Gedankengang, der hinter dieser pädagogischen Strategie steht, ist folgender:

Menschen mit Autismus können visuelle Informationen leichter verarbeiten als sprachliche Reize, ihre Aufmerksamkeit ist oft auf Details gerichtet und sie haben häufig Schwierigkeiten Zusammenhänge herzustellen!

Die Konsequenz die aus diesen speziellen Voraussetzungen für das Schulleben und den Unterricht folgt, ist das sogenannte „Structured Teaching“. Dies bedeutet, dass durchgehend visuelle Informationen und strukturierenden Hilfen im Rahmen eines kleinschrittigen Vorgehens eingesetzt werden.

Das Structured Teaching umfasst dabei fünf Aspekte:

  1. Strukturierung der Raumes
  2. Strukturierung der Zeit
  3. Strukturierung von Arbeitsorganisation
  4. Strukturierung von Material und Aufgaben
  5. Routinen als Strukturierungshilfen

Bei der Strukturierung des Raumes werden einzelne Bereiche für gesonderte Aktivitäten voneinander abgegrenzt z.B. durch Möbel, Regale, Raumteiler aber auch Markierungen wie Klebestreifen oder Teppiche. Auch Schilder und Bilder werden zur Visualisierung eingesetzt.

Die zeitliche Orientierung beginnt mit dem Wissen, was als nächstes kommt und mündet in einen langfristigen Überblick über zukünftige Ereignisse. Die „Zukunft“ wird hierbei anhand eines Plans überschaubar gemacht. Pläne können beispielsweise Anfang, Ende und Dauer oder Abfolgen eines Ereignisses „sichtbar“ machen. Auch Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahresstrukturen können über Pläne visualisiert werden. Oft zum Einsatz kommen auch sogenannte Erst-Dann-Strukturen.

Über Arbeitspläne kann in der Arbeitsorganisation für den Schüler geklärt werden, was zu tun ist, wann die Arbeit beendet ist, was danach kommt und gegebenenfalls in welcher Reihenfolge die Aufgaben bearbeitet werden müssen.

Bei der Strukturierung von Material und Arbeitsaufgaben kommen meist drei wesentliche Formate zum Einsatz:

  • Schuhkarton-Aufgaben
  • Tablett-Aufgaben
  • Aufgabenmappen

Diese Aufgaben dienen als Heranführung an ein funktionales, zielgerichtetes und erfolgreiches Handeln.

Routinen bieten sich an, wenn es sich um einen immer gleichbleibenden Ablauf handelt. Auf diese Weise können Standardsituationen einfacher bewältigt werden. Hierzu gehören z.B. das Einhalten einer Arbeitsrichtung und die „Fertig-Kiste“.

Aber nicht nur Schülerinnen und Schüler mit Autismus profitieren von klaren Strukturen und der Visualisierung von Arbeitsschritten. In der Praxis hat sich gezeigt, dass das strukturierte Unterrichten für viele unserer Schülerinnen und Schüler hilfreich ist.

Das Structured Teaching findet sich daher an der Vorgebirgsschule als durchgängiges Prinzip sowohl im Unterricht als auch im Schulalltag von der Primarstufe bis hin zu den Berufspraxisstufen wieder.

Eine besondere Form des Structured Teaching hat sich an der Vorgebirgsschule in den Ober- und Berufspraxisstufen etabliert. Hier gibt es im Rahmen des Berufspraxistages eine TEACCH-Gruppe, die einmal wöchentlich mit den StArk-Arbeitskisten arbeitet.

Zur weiteren Information über das TEACCH-Programm und für Fotobeispiele:

Download der TEACCH-Powerpoint-Präsentation

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